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Investment: Was Tun?

Staatsanleihen
kein Markt ändert sich derzeit so grundlegend, da für viele Anleihen “negative” Zinsen bieten – d.h., wer sie kauft, erhält weniger zurück. Da Staatsanleihen der wesentliche Bestandteil “konservativer” Investments waren, ändert das die Landschaft grundlegend.

Mikrofinanz
Ich finde die Website „KIVA“ ein schönes Modell: direkt und transparent werden konkrete Menschen und ihre unternehmerischen Projekte ohne Zwischenhändler finanziert. Als Werkstatt und Veranschaulichung des Grundgedankens von Investment ist das großartig. Als tatsächliches kommerzielles Investment in Form von Investmentfonds oder Zertifikaten bin ich gegenüber dem derzeit erhältlichen Angebot skeptisch.

Venture Capital

Die Investition in “junge” Firmen, die hohen Geldbedarf aber noch keine oder geringe Einnahmen haben. Vom Gedanken das ideale INvestment, in der Praxis geprägt von hohen Kosten und Ausfallsraten. Die Plattformen für “crowd investing” bieten eine sinnvolle Möglichkeit, die sich hoffentlich durchsetzt.

Aktien

In Österreich gilt das seltsamerweise als riskantes Investment, dabei ist es die beste Form, direkt in die Wirtschaft zu investieren  und damit langfristig so sicher wie die Wirtschaft selbst. (Und hiervon hängen ja auch die künftigen Steuereinnahmen und damit die Sicherheit der Staatsanleihen ab!). Angesichts eines aufgeblähten Finanzmarktes ist der Kauf von Aktien über eine Online-Plattform eine günstige und langfristig ertragreiche Investition. Für eine Detailfrage – wie hoch soll der Aktienanteil in der Pension sein – siehe hier.

Wald:
Das ist ein anschauliches Investment: der jährliche Wuchs der Bäume ist wörtlich Rendite – ohne menschliche Arbeit. Auch hier ist in der Praxis allerdings Vorsicht gegenüber teuren oder unseriösen Anbietern geboten.

Alternativ-Energieparks
sind inzwischen ein etablierter Markt; durch die vielen Reformen der Ökostrom-Förderungen ist allerdings vieles schief gegangen. Im weiteren Sinne von “Infrastruktur”-Investment gewinnen solche Projekte zunehmend an Bedeutung, weil sie langfristig planbare Einnahmen versprechen und damit eine Alternativ zu der renditelosen Staatsanleihen versprechen.

 

Edelmetalle
Vermutlich die betrügerischte Nische, die es derzeit am Finanzmarkt gibt: Unter Ausnützen der Verunsicherung über die Finanzmärkte und mit dem Versprechen “sicherer Werte” werden dubiose Anlagestrategien mit horrenden Kosten vertrieben. Gold ist endlos faszinierend aber völlig nutzlos. Daraus folgen Missverständnisse, meist wird das Ausmaß der Schwankungen des Goldpreises unterschätzt. Als Krisenabsicherung ist Gold nützlich, als Inflationsschutz eher ungeeignet. Jedenfalls sind die Kosten vordringlich zu beachten.

Gemälde, Photographie und andere Kunst
als individuelle Investition sehr empfehlenswert, weil es einer der wenigen Fälle ist, bei denen Konsum (der Genuss der Schöhnheit) und Investition (Werterhalt) zusammenfallen können. Als Beispiel: der österreichische Schriftsteller Albert Drach hat in seinem Exil durch den Verkauf von Briefmarken überlebt: Unsentimentale Reise Leider scheitern die meisten Versuche, dies kommerziell, etwa in Form von Fonds, zu bündeln. Das gilt auch für Weine.

Immobilien
Dem anhaltenden Boom, Wohnungen in Wien als Vorsorge zu kaufen, kann ich wenig abgewinnen: die Kaufpreise sind deutlich gestiegen, die Mieten nur gering; dadurch sind die erzielbaren Mietrenditen meist unter 3% – also unter den Kreditkosten. Auch langfristig rechtfertigen die demografischen Trends die Annahme weiter steigender Immobilienpreise nicht. Immobilien sollten nur dort gekauft werden, wo Bevölkerung und Wirtschaft wachsen und es daher steigende Nachfrage gibt.

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