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Investment: was ist?

“Investment” bezeichnet das frei verfügbare Vermögen, das nicht gegenwärtig konsumiert wird – also gespart wird – und mit dem Ziel einer künftigen Rendite angelegt wird.

Grundlegende Unterscheidung: Beteiligung am Eigenkapital, also direkt an einer Unternehmung (=Investition im engeren Sinn) oder Kreditvergabe. Letzteres sind Sparbücher (Kredit an Bank); Bundesschatzscheine oder Staatsanleihen (Kredite an Staaten) und Unternehmensanleihen (Kredite an Unternehmen). Kredite gelten als risikoärmer als Beteiligung – dafür gibt es gute rechtliche Gründe, letztlich ist es aber eine Konvention – die sich im Zuge der Finanzkrise seit 2008 aufweicht. Daher wird zurzeit der Unterscheidung zwischen (sicheren) Sachwerten (neben Beteiligungen reine Tauschwerte wie Edelmetalle und Immobilien) und (unsicheren) Geldwerten (immer Kredit) betont.

Die Frage des Inhalts – in was wird investiert – ist relativ unabhängig von der Form – wie wird investiert.

WAS
Kredite: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen (börslich oder direkt), Sparbücher (Bausparen), Mikrofinanz,

Beteiligung an Unternehmen:
Direkte Beteiligung an Firmen, etwa „Venture Capital
Aktien, börslich, außerbörslich

Beteiligung an Produktion
Agrar-Beteiligung (z.B. Beteiligung an landwirtschaftlichen Betrieben, Kauf/Pacht von Wald)
Energieparks (z.B. Wind/Solar etc) oder Schiffen, Flugzeugen.

Ankauf von Tauschwerten:
Antiquitäten, Edelmetalle, Wein, Kunst (Malerei, Photographie)

Immobilien (nicht selbstgenutzte, sondern „Vorsorgewohnungen“, Zinshäuser, aber auch direkte Immobilienfonds oder „REITs“)

Sonstiges:
Futures sind eine besondere Form – hier wird das Recht, zu einem bestimmten Preis in der Zukunft eine Ware zu kaufen oder verkaufen, vereinbart. Agrarprodukte (Weizen, Kaffee, Orangensaft etc) stellen einen der ältesten Märkte dar; bedeutsam heute Energierohstoffe wie Erdöl. Da aber die eigentliche physische Ware kaum noch tatsächlich getauscht wird, sind Futures nicht wirkliche Sachwerte – aber auch keine Geldwerte. Für private Investoren sind diese Märkte über Hedgefonds und in letzter Zeit vor allem über „CFDs“ (Certificates for Difference) zugänglich.

WIE
direkte Unternehemensbeteiligungen sind in Wahrheit meist indirekt, d.h. die AnlegerInnen beteiligen sich an einer Gesellschaft, die sich wiederum an einem oder mehreren Unternehmen beteiligt. Aber das ist die einfachst mögliche Form, wenn die Zielunternehmen nicht Aktiengesellschaften sind.
Aktien sind verbriefte Eigentumsrechte an Unternehmen. Börsen sind eine effiziente Plattform, um in Wirtschaftsunternehmen zu investieren. Sie kann genutzt werden, um langfristig konstante Erträge in Form von Dividenden zu erzielen oder um durch Wetten auf rasch steigende Kurse kurzfristige Gewinne zu erzielen. Aber auch die Aktien von nicht börsenotierte Unternehmen können gehandelt werden – etwa über eine firmeneigene Plattform wie bei dem Waldviertler Windparkerrichter WEB.

Die Bündelung von Wertpapieren in Fonds ist sinnvoll, wenn AnlegerInnen selbst nicht direkt investieren können oder wollen – etwa weil das Kapital nicht ausreicht, um eine sinnvoll breite Diversifikation zu erzielen oder den Zeitaufwand vermeiden wollen oder, weil für spezielle Märkte das KnowHow fehlt – etwa in Schwellenländer.
Zertifikate sind letztlich Anleihen: eine Bank gibt ein Zertifikat auf irgendeinen Basiswert (z.B. Aktienindex) heraus, die AnlegerInnen partizipieren an der Wertentwicklung des Basiswertes. Modisch war es, dies mit allen möglichen Zusatzeigenschaften auszustatten: Garantien, Barrieren, Partizipationsraten…Der Vorteil für die Bank ist, dass Zertifikate mit relativ geringen Kosten schnell und damit flexibel herausgegeben werden können. Dafür verlangen die Banken dann umso höhere Gebühren, die nur schwer durchschaubar sind. Problematisch ist, dass die Dinge so komplex sind, dass in Krisen unvorhersehbare Dinge eintreten können und drastische Wertverluste eintreten können. Vor allem besteht ein „Emittentenrisiko“, d.h. wenn die Bank pleite geht, ist das Investment in der Konkursmasse, auch wenn der Basiswert sich positiv entwickelt. Je komplexer Produkte sind, desto riskanter werden sie – ohne Lektüre des Kleingedruckten darf jedenfalls nicht in Zertifikate investiert werden – und Beteuerungen von Bankangestellten, dass dies eh sicher sei, zeigen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur, dass diese keine Ahnung davon haben.
CFDs, Certificates for Difference, sind letztlich futures. Die Vorteile sind niedrige Spesen und hohe Hebel. Nachteil sind Intransparenz und Unsicherheit im Konkursfall.

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