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Im Alter keine Inflation

by georg on Januar 25th, 2015

Eine prägnante Grafik: je stärker die Anzahl der “Abhängigen” (Kinder und PensionistInnen) im Verhältnis zu Erwerbstätigen steigt, desto niedriger die Inflation.

(Aus einer Studie von “Black Rock Investment Institute”. Der ganze Bericht, in dem es um die Auswirkungen von technologischen Innovationen geht,  findet sich hier)

Das verspricht für die nächsten Jahrzehnte stagnierende Preise – und damit ein weiteres Problem für die Staatsschulden.

Warum ist Inflation wichtig? Eine möglichst konstante milde Inflation im Ausmaß von rd. 2% gilt als nützlich, weil sie die heutige Geldausgabe anregt und damit die Wirtschaft stimuliert: – Konsumausgaben werden jetzt getätigt, weil die Preise in Zukunft höher sein werden, Investitionen jetzt getätigt, weil Maschinen und Errichtungskosten in Zukunft teurer werden. Umgekehrt führt Deflation zu einer Zurückhaltung, weil die Preise in Zukunft sinken werden.

Wesentlich ist die Auswirkung auf Schulden: da Kredite (egal ob private oder von Unternehmen und Staaten) nominal sind, sinkt ihr realer Wert im Laufe der Zeit. Untersuchen haben ergeben, dass die Inflation der wichtigste Faktor waren, wenn Staatsschulden im Verhältnis zum BIP gesunken sind. In einer Zeit exorbitant hoher Schulden in Europa und den USA ist daher eine niedrige Inflation schlecht, eine Deflation wäre katastrophal. Das erklärt, warum die EZB aktuell so dramatische Mittel ergreift (Anleihekäufe, Nullzinspolitik).

Das Entscheidende ist aber, dass die Akteure immer noch so tun, als handelte es sich bei der andauernden Krise in Europa (Schulden, niedriges bis negatives Wirtschaftswachstum) um eine momentane Krise. Die Grafik ist so relevant, weil sie einen tiefgreifenden, langfristigen und strukturellen Zusammenhang aufzeigt. Sie legt nahe und bestätigt den Verdacht, dass die Krise langfristig ist, dass das Wachstum langfristig stagniert, dass die Inflation langfristig niedrig bleibt, die Zinsen langfristig niedrig bleiben, damit die Schulden langfristig hoch bleiben und damit alle aktuellen Probleme langfristig bestehen bleiben.

 

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